6. April 2020

lux|funds: Ein Ansatz, der sich bewährt

Mit der Ausbreitung von Covid-19 auf dem gesamten Globus rollt seit Februar eine allgemeine Verkaufswelle über die Finanzmärkte hinweg, die von einer buchstäblich explodierenden Volatilität begleitet wird.

Zur Eindämmung des Virus haben die Regierungsbehörden zahlreicher Länder weltweit drastische Maßnahmen zur Einschränkung aller Sozialkontakte ergriffen. Und so trifft die Pandemie die Weltwirtschaft mit voller Wucht: Die Schließung öffentlicher Stätten wie unter anderem Restaurants, Kinos und Bars wird sich unausweichlich in deutlich schwächeren Konsumzahlen niederschlagen, und zwar ab dem zweiten Quartal des Jahres 2020. Dies veranlasst die Unternehmen wiederum, ihre Produktionskapazitäten herunterzufahren oder ihren Betrieb ganz einzustellen und mangels Planungssicherheit auch ihre Investitionen auf Eis zu legen.

Im März hat sich der Absturz der Aktienmärkte noch verstärkt, nachdem Russland jedes Einlenken verweigerte und die neue Vereinbarung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) zur Drosselung der Fördermengen platzen ließ. Zur Vergeltung an Moskau drehte Saudi-Arabien die Ölhähne weit auf und entfesselte damit einen Preiskrieg. Vor diesem Hintergrund sind die Ölpreise seit dem 5. März um nahezu 50% eingebrochen und haben die wichtigsten Ölwerte mit in die Tiefe gerissen.

Somit erreicht auch die Volatilität neue Rekordhöhen an den Aktienmärkten, und die Börsenindizes setzten ihre Talfahrt fort.

Zwischen dem 1. Januar und dem 31. März schrieb der S&P 500 ein Minus von 20%, während der Stoxx Europe 600 im selben Zeitraum 23% verlor.

Anders, als man erwarten könnte, ist diese breite Verkaufsbewegung auch nicht jenen Aktien zugutegekommen, die gemeinhin als defensiv gelten. Gold als Paradebeispiel eines Zufluchtswerts erlitt Ende Februar ebenfalls einen Kursrückgang und hat die Marke von 1.680 US-Dollar je Unze seither nicht wieder übersprungen. Der in der Regel stabilere Dollar hat gegenüber dem Euro seit dem 20. Februar um nahezu 2% abgewertet.

Am Rentenmarkt sind die Renditen von Staatsanleihen, allen voran italienischen, in die Höhe geschossen. An einem einzigen Tag wurden Bewegungen von über 60 Basispunkten verzeichnet, wobei zugleich auch ein Abheben der Risikoprämien von Unternehmensanleihen zu beobachten war. Einzig US-Schatzbriefen, den so genannten Treasuries, ist es wirklich gelungen, ihre Verluste seit Beginn der Krise zu begrenzen.

Erst zum Ende des ersten Quartals haben sich die Finanzmärkte angesichts der vielen Hilfspakete zur Unterstützung der Wirtschaft, die von Zentralbanken und Regierungen auf der ganzen Welt auf den Weg gebracht wurden, ein wenig stabilisiert.

In diesem Umfeld komplizierter Entwicklungen haben sich die lux|funds dank unserer auf die wirtschaftlichen Fundamentaldaten ausgerichteten Strategie als relativ widerstandsfähig gegenüber den jüngsten Volatilitätsschüben an den Finanzmärkten erwiesen. Dieser Ansatz erlaubt es uns, die Portfolios in Anpassung an die erwartete konjunkturelle Entwicklung zu strukturieren.

Wir setzen wirtschaftliche Prognosen ein, um die momentane Situation auf der Konjunkturkurve zu verorten. Je nachdem, wo die Wirtschaft im Konjunkturzyklus positioniert ist und wie der weitere Ausblick ausfällt, werden unsere Portfolios daraufhin strukturiert. In der Praxis nimmt der Portfoliomanager nun weitere Anpassungen vor, entweder mit Blick auf das Liquiditätsvolumen oder die Geldmarktinstrumente oder über die Sektor- oder Branchendiversifikation des Portfolios. Insbesondere zielen diese Änderungen auf das optimale Verhältnis zwischen konjunkturempfindlichen und weniger zyklussensitiven Titeln in der Portfoliozusammensetzung ab.

So haben uns im Verlauf des vergangenen Jahres im Anleihesegment unsere verhaltene Einschätzung der Weltwirtschaft sowie die sehr tiefen Risikoprämien bewogen, Firmenbonds finanziell solide aufgestellter und defensiver Unternehmen zu präferieren. Dies hat dazu beigetragen, dass die rapide Spreadausweitung infolge der Epidemie keine allzu tiefen Spuren in unseren Portfolios hinterlassen hat.

Zudem haben sich Ende 2019 die Entwicklungen der Risikoprämien von Unternehmensbonds einerseits und der konjunkturellen Frühindikatoren andererseits voneinander entzweit. Zugleich hat dieser Ansatz unseren Blick auf Anleihen gelenkt, die für die Wertpapierkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) infrage kommen. Deren „Buy & Hold“-Strategie deuteten wir als Hinweis auf eine niedrigere Volatilität und ein geringeres Risiko von Abwärtsbewegungen am Markt.

An den US-Märkten und namentlich an demjenigen für Staatsanleihen waren wir für einen Rückgang der kurzfristigen Zinsen positioniert. Dieses Szenario hatten wir im vergangenen Sommer aufgrund der allzu schleppenden Inflation ins Auge gefasst, die eine asymmetrische Entwicklung der US-Zinsen wahrscheinlich werden ließ. Aus diesem Grund konnte unsere Positionierung erheblich von unseren inzwischen bestätigten Erwartungen der Zinssenkungen profitieren, mit denen die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den wirtschaftlichen Schaden des Coronavirus zu begrenzen versucht.

Ein klarer Vorteil war diese Positionierung etwa für den lux|bond USD, der ausschließlich in auf US-Dollar lautende Anleihen investiert und das erste Quartal mit einer positiven Performance von 6,44% abschließen konnte.
 
lux|bond Green, der hauptsächlich in Anleihen zur Finanzierung ökologischer Nachhaltigkeitsprojekte angelegt ist, konnte den an den Finanzmärkten tobenden Gegenwinden ebenfalls gut trotzen: Zum Ende des ersten Quartals beläuft sich seine Performance auf -1,24%.

Abgesehen vom Vorteil seines partiellen Engagements in US-Dollar-Anleihen konnte der Fonds dank seiner umweltfreundlichen Anlagestrategie auch mit seiner Untergewichtung bestimmter Sektoren mit eher zyklischer Ausrichtung punkten.

Was die Sektorallokation im Aktiensegment betrifft, haben wir aufgrund unserer vorsichtigen Einschätzung des weltweiten Wirtschaftswachstums und der hohen Bewertungen in zahlreichen Sektoren vornehmlich auf Titel aus weniger zyklischen Branchen wie etwa Kommunikationsdienstleistungen, Immobilien und Gesundheit gesetzt.

Unsere defensive Sektorallokation kam vor allem dem Fonds lux|equity Best Sectors zugute, der ausschließlich in Wertpapieren investiert ist, die unsere sektoriellen Überzeugungen widerspiegeln. Dieser Fonds schreibt zwar ein Minus von -15,99%, konnte seine Verluste jedoch im Vergleich zu den Indizes Stoxx Europe 600 und S&P 500 eingrenzen.
 
Der Fonds lux|equity Low Volatility erwies sich bestimmungsgemäß als wirksame Barriere gegen die erhöhte Volatilität am Aktienmarkt. Zur Erinnerung: Die Sektorallokation dieses Fonds ergibt sich aus einer quantitativen Optimierung zur Gewinnung eines Portfolios, das eine niedrigvolatile Strategie verfolgt. Mit dieser Zielsetzung konnte der Fonds eine im Vergleich zu den Aktienmärkten deutlich moderatere Volatilität von 20% erzielen und seine Verluste auf -16,66% beschränken.

Unsere umsichtige Positionierung bei Anleihen und Aktien kam auch unseren Fonds mit flexibler Allokation zugute, das heißt den Fonds lux|portfolio Global Flexible (mit einer Aktienquote zwischen 0% und 100%) und lux|portfolio Global Flexible Serenity (mit einer Aktienquote zwischen 0% und 50%). Dass diese beiden Fonds mit einem Minus von 7,85% respektive 3,29% relativ ungeschoren davonkamen, ist auch ihrer flexiblen Zusammensetzung zu verdanken, die auf unseren Konjunkturprognosen beruht.

So war zum Beispiel die Allokation des Fonds lux|portfolio Global Flexible Anfang 2020 zu 50% aus Aktien und zu 50% aus Anleihen aufgebaut. Seitdem Covid-19 weltweit immer weiter um sich greift und auch die Weltwirtschaft zunehmend infiziert, haben wir im Februar eine defensivere Haltung eingenommen. Der Aktienanteil am Portfolio macht somit nur noch 30% aus, während der Anleiheanteil auf 70% ausgebaut wurde.

Dieser Justierung ist es zu verdanken, dass der Fonds von den Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten in der ersten Hälfte des Monats März relativ verschont blieb. Im weiteren Verlauf haben wir angesichts der verschiedenen Maßnahmen, mit denen die öffentlichen Institutionen der Weltwirtschaft zur Seite springen, wieder leise Zuversicht geschöpft und Mitte März unsere Aktienquote leicht von 30% auf 45% erhöht. Dank dieser Anpassung konnte der Fonds in höherem Maße am Aufschwung der Aktienmärkte zum Quartalsende partizipieren und damit zugleich seine Verluste eindämmen.