19. Mai 2020

Covid-19: Immunität bei den Dividenden

Seit der Finanzkrise von 2008 und der Einführung unkonventioneller Geldpolitiken in der Welt sind die Anleiherenditen erheblich gesunken. Beispielsweise liegt in den USA die Rendite einer Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit inzwischen unter der Dividendenrendite des Aktienreferenzindex S&P 500. In Europa sind die Renditen vieler Staatsanleihen sogar in den negativen Bereich gerutscht.

Vergleich der Dividendenrenditen mit den Anleiherenditen

In diesem Kontext haben sich viele Anleger auf der Suche nach Rendite Aktien zugewandt, genauer gesagt Dividendenaktien. Die institutionellen Anleger wie Pensionsfonds oder Versicherer benötigen nämlich ein gewisses Renditeniveau, um ihre Verbindlichkeiten decken zu können. Die Privatanleger suchen ihrerseits nach einer über der Inflationsrate liegenden Rendite, denn ihr oberstes Ziel ist die Kapitalerhaltung.

Die Ausschüttung einer Dividende ist mit der Zahlung eines Kupons bei Anleihen vergleichbar. Die Dividende verleiht dem Unternehmen einen defensiveren Charakter und beteiligt den Anleger am Risikokapital des Unternehmens.

Unternehmen, die Dividenden ausschütten, sind in der Regel gut etabliert und weisen eine höhere Stabilität und ein moderates Wachstum auf. Unternehmen, die sich in einer Phase des schnellen Wachstums befinden, behalten hingegen tendenziell alle Gewinne ein und reinvestieren sie, um ein sogenanntes organisches Wachstum zu generieren.

Weiterhin ist auch anzumerken, dass diejenigen Unternehmen, die Dividenden ausschütten, ihr Kapital im Prinzip effizienter einsetzen (denn die Risiken von Ineffizienz durch außerordentliche Vorgänge sind geringer). Daher sind Dividenden ausschüttende Unternehmen weniger zu „kreativer“ Buchhaltung geneigt: Aufgrund der an sie gerichteten Erwartung, Dividenden zu zahlen, ist es wesentlich schwieriger, die Finanzbuchhaltung zu manipulieren.

Allerdings müssen Dividenden versteuert werden, weswegen manche Anleger sie für eine schlechte Kapitalallokation halten. Die finanzielle Disziplin, die für die Gewährleistung einer regelmäßigen Dividendenzahlung notwendig ist, gleicht diese geringere Rendite aber mehr als aus.

Für die Unternehmen sind die Dividenden eine Gelegenheit, die erzielte Wertschöpfung zu teilen. Die Dividenden vermitteln eine klare und starke Botschaft über Zukunftsaussichten und zukünftige Performance. Sie sind öffentlich gemachte Versprechungen. Werden sie gesenkt, ist dies für die Geschäftsführung ähnlich peinlich, wie es für die Aktionäre eines Unternehmens schädlich ist.

Mit der Verbreitung von Covid-19 in der Welt seit Anfang dieses Jahres mussten viele Unternehmen ihre Dividenden senken oder sogar ganz streichen. Durch den Stillstand der wirtschaftlichen Aktivität, die mangelnde Planbarkeit und auch durch den von einigen Regierungen ausgeübten Druck mussten sich die Unternehmen zugunsten einer soliden Bilanz flüssige Mittel bewahren.

Traditionell sind der Finanz- und der Energiesektor bei den Dividendenrenditen am großzügigsten. Aber in dieser beispiellosen Zeit zeigt sich, dass sie auch zu den anfälligsten Sektoren zählen. Zu den Unternehmen, die die Ausschüttung von Dividenden an ihre Aktionäre seit Anfang 2020 begrenzt haben, zählen Royal Dutch Shell, Eni, Société Générale und Intesa San Paolo. Niedrigere Dividenden sind aber nicht nur isoliert in den zyklischen Sektoren zu beobachten. Auch in den traditionell als defensiv geltenden Sektoren wie dem Basiskonsumgütersektor reduzieren die Unternehmen ihre Dividendenausschüttungen. Markante Beispiele hierfür sind die Brauereiriesen AB Inbev und Heineken.

Es gibt aber auch noch Unternehmen, die trotz des komplexen Kontexts noch hohe Dividenden zahlen können. Sie zeichnen sich durch eine intakte Cashflow-Generierung aus, und den besten von ihnen gelingt es sogar, Profit aus der Krise zu schlagen, sodass sie eine Dividendenerhöhung ins Auge fassen können.

 

Beispiele für Sektoren, die von der Krise profitieren, sind der Gesundheitssektor, Seetransporte und Nichtbasiskonsumgüter.

Hinzu kommt, dass die Dividenden in Zukunft nicht nur wegen der extrem niedrigen Zinssätze attraktiver werden könnten, sondern auch weil die Unternehmen ihre Aktienrückkaufpläne („Buybacks“) reduziert haben. Von 2017 bis 2019 waren diese Buybacks der wichtigste Unterstützungsfaktor für die Aktienmärkte. Die meisten Unternehmen mussten ihre liquiden Mittel allerdings aufgrund der Wirtschaftskrise zu Beginn des Jahres 2020 auf ein notwendiges Minimum reduzieren, was wiederum einen Rückgang bei den Aktienrückkäufen nach sich zog. Ohne diese Rückkäufe ist eine schlechtere Kursentwicklung der Aktienmärkte und somit eine noch höhere Nachfrage nach Dividendenaktien zu erwarten.

Unter diesem Aspekt ist der hauseigene Fonds lux|equity High Dividend die ideale Investition für Anleger, die sich für Dividendenstrategien interessieren. Der Fonds setzt auf eine aktive Verwaltung auf Basis der wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Anhand der wirtschaftlichen Prognosen kann die aktuelle Position der Unternehmen im Geschäftszyklus ermittelt werden. Das Portfolio wird anhand dieser Position angepasst, wobei die Änderungen hauptsächlich das Verhältnis zwischen den stark und weniger stark vom Wirtschaftszyklus abhängigen Unternehmen betreffen.

 

Auch die Volatilität, die in den letzten Monaten für etlichen Wirbel an den Finanzmärkten gesorgt hat, konnte den defensiven Charakter der auf Dividendenaktien ausgerichteten Strategie belegen: Mit 18,72% lag die Volatilität des Fonds deutlich unter der des Aktienindex MSCI World (27,2%).