Wirtschaftliche Gesundheit trotz bewegten Märkten nicht gefährdet | Banque et Caisse d'Epargne de l'Etat, Luxembourg
31. Oktober 2018

Wirtschaftliche Gesundheit trotz bewegten Märkten nicht gefährdet

Anfang Oktober kam es weltweit zu massiven Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten. Seitdem hat ihre hohe Volatilität nicht abgenommen. Grund hierfür sind die Befürchtungen der Anleger, die angesichts des lang anhaltenden Konjunkturaufschwungs zunehmend besorgt sind. Marc Fohr, Head of Investments bei BCEE Asset Management, äußert sich zur Situation an den Finanzmärkten.

Wie sieht es in den USA aus?

Während die US-Notenbank eine lockere Geldpolitik ankündigte, wies sie auch darauf hin, dass die Zinsen noch weit von ihrem neutralen Niveau entfernt seien und schrittweise Anhebungen in Richtung dieses Niveaus vorgenommen würden. Somit ist noch mit einigen Zinserhöhungen zu rechnen. Die Renditen von US-Staatsanleihen legten zu, was auch zu einem Anstieg der Risikoprämien von Aktien führte und zahlreiche Anleger dazu veranlasste, in weniger riskante Anlagen umzuschichten.

Welche Bedenken haben die Anleger? Können Sie konkrete Beispiele geben?

Die Anleger fürchten eine Wachstumsabkühlung und einen Rückgang der Nachfrage. Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat Ausmaße angenommen, die das globale Wachstum gefährden.

Weder US-Präsident Donald Trump noch der chinesische Staatspräsident Xi Jinping ist bereit von seiner Linie abzurücken. Dies hat die Sorgen der Anleger bezüglich der Auswirkungen der Handelsspannungen und der Nachhaltigkeit des Wachstums in China verstärkt.

Die chinesische Zentralbank ist bereits aktiv geworden, um negativen Effekten entgegenzuwirken.

Zur Ankurbelung der Kreditvergabe und Reduzierung der Finanzierungskosten für Unternehmen hat sie verschiedene Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft ergriffen. So hat sie etwa die Mindestreserve für Banken gesenkt.

Außerdem, soll Privatunternehmen der Zugang zu Krediten erleichtert werden, damit sie mehr Kredite in Anspruch nehmen. Gleichzeitig wurden Maßnahmen getroffen, um Finanzierungen und Investitionen zu sichern. Beschränkungen für ausländische Investitionen wurden gelockert.

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Auch die Schätzungen des Internationalen Währungsfonds befeuern die Wachstumssorgen: Der Fonds senkte zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren seine globalen Wachstumsprognosen und geht nun von 3,7 % in diesem und im nächsten Jahr aus. Die Deutsche Bundesbank weist in ihrem Monatsbericht darauf hin, dass die Konjunktur im dritten Quartal möglicherweise ins Stocken geraten ist.

Die Bundesbank verweist in dem Bericht auf folgende Schlüsselelemente: Nach einem eher schwachen dritten Quartal sind die Fundamentaldaten intakt und deuten auf eine Erholung des Wachstums in Deutschland im vierten Quartal hin. Die Verlangsamung führt sie zu einem großen Teil auf die Schwierigkeiten im Automobilsektor bei der Umstellung auf das neue Abgasmessverfahren zurück, was die Industrieproduktion belastet habe.

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Das Misstrauen der Anleger wird auch durch unerwartete Insolvenzen wie die der Warenhauskette Sears geschürt, die für ihren, als „Konsumbibel“ bezeichneten, Warenkatalog bekannt war. Sears gab nun nach mehr als 120 Jahren seines Bestehens seine Zahlungsunfähigkeit bekannt.

Im Falle Europas ist die Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in erster Linie auf die schwierigen Brexit-Verhandlungen und die populistische Politik in Italien zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund bewegen sich die Renditen italienischer Staatsanleihen auf einem Niveau, das seit 2014 nicht mehr erreicht wurde. Die Märkte fürchten eine Herabstufung der Bonität Italiens und mögliche Ansteckungseffekte.

An den Aktienmärkten der Schwellenländer sorgen der starke Dollar und seine Auswirkungen auf die Fremdwährungsschulden der Unternehmen für Turbulenzen.
Marc Fohr - Head of Investments, BCEE Asset Management

Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie aus diesem Umfeld?

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der S&P 500 bereits im Februar und im März 2018 kurzfristig Kursrückgänge von über 5 % verzeichnete. Er erholte sich dank der soliden Fundamentaldaten jedoch schnell. Die makroökonomischen Daten der letzten Wochen deuten nach wie vor auf eine positive Wirtschaftsentwicklung in den USA und Europa hin. Die makro- und mikroökonomischen Fundamentaldaten dürften unserer Einschätzung nach stabil bleiben.

Außerdem erwarten wir, dass die Nervosität der Finanzmarktakteure nach den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten abnimmt. Wir werden die Veröffentlichungen für das dritte Quartal im Zuge der Berichtssaison, die bereits begonnen hat, genau verfolgen.

In der Zwischenzeit bleiben wir bei unserer neutralen Haltung gegenüber den Aktienmärkten.
Marc Fohr - Head of Investments, BCEE Asset Management

Mehr Informationen finden Sie in unserem Panorama Financier

Panorama Financier 2018-04

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